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The Life of Rüegg

marcorueegg11974
Ich bin im Bergkanton Glarus aufgewachsen. Dem einzigen Schweizer Kanton mit einem Menschen im Wappen und einem mit Alpenkräutern angereicherten Butterkäse, genannt Glarner Schabziger. Nach der Volksschule und zwei Jahren mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium an der Kantonsschule Glarus war meine akademische Laufbahn bereits zu Ende. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen nach der Matura nochmals Jahre lang zu studieren.

1994
Ich entschied mich also für den dualen Bildungsweg. Ich absolvierte eine Berufslehre als Maschinenzeichner (heute Konstrukteur) und habe mich nach der Lehre zum Maschineningenieur HTL weitergebildet. Im berufsbegleitenden „Abigtech“ in Zürich lernte ich mich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren und effizient zu arbeiten. Bereits in der Berufslehre faszinierte mich die Photovoltaik, die es ermöglicht Licht direkt in Strom umzuwandeln. Damals wurde die Technologie belächelt, aber ich erinnere mich gut an das Buch „Die Sonne schickt uns keine Rechnung“ von Franz Alt. Dort wurde die Solarstromerzeugung in Kombination mit einer globalen Wasserstoffwirtschaft als möglicher Ausweg aus der fossilen Energien vorgeschlagen. Da ich etwas am traditionellen, auf fossilen Energieträgern basierenden System ändern wollte, setzte ich mich mit Greenpeace für mehr Verantwortung gegenüber der Umwelt ein. Ich war der Initiant einer Regionalgruppe im Linthgebiet.

1999
Als junger Ingenieur bin ich in die Region Winterthur ausgewandert, wo ich bei einem Industrieunternehmen Textilmaschinen entwickelt habe. Irgendwie brauchte ich aber eine grundlegend berufliche Neuorientierung. Nach nur wenigen Monaten startete ich im Verkauf von erklärungsbedürftigen Investitionsgütern der sich digitalisierenden Druckindustrie, wo ich später das Produktmarketing für Hardware- und Softwareprodukte übernommen habe. Leider habe ich den ausgeprägt urchigen Glarnerdialekt verloren, da jeder zweite Gesprächspartner mir mitteilte, dass er höre woher ich komme.

2002
Da ich mich als Ingenieur mit Marketing nicht ausgekannt hatte, aber trotzdem Spass am Thema hatte, begann ich eine weitere berufsbegleitende Weiterbildung zum Executive Master of Marketing (CRM), die ich im ersten Studiengang abgeschlossen habe.

2003
In Berlin absolvierte ich 2003 meinen ersten Inline-Marathon bei Regen und nassen Strassen. Mit einer Zeit von knapp 90 Minuten für 42 Kilometer war ich sehr zufrieden und entdeckte meine Sportart mit den Attributen Geschwindigkeit, Kraft, Technik und Ausdauer.

2004
Das Zusammenspiel von Vertrieb, Marketing und Kundenservice haben mich so fasziniert, dass ich nach dem Abschluss des Nachdiplomstudiums an der Zürcher Hochschule Winterthur (heute ZHAW) in die Beratung und den Verkauf von Dienstleistungen in diesem Umfeld gewechselt habe. Damals war die Automatisierung von digitalen Kundeninteraktionen durch semantische Textanalysen das Kernthema. Um mich sportlich mehr zu fordern, bin ich dem Inline-Club Winterthur beigetreten und startete mit der Teilnahme an Strassenrennen des Swiss Inline Cups unter den lizenzierten Fahrern. Anfänglich auf den letzten Rängen, konnte ich mich ins Mittelfeld verbessern, mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von knapp 40 km/h.

2006
Mit Software-Lösungen vertraut, wechselte ich zu einem deutschen ERP Anbieter in den beratenden Vertrieb. Der Inhaber eines CRM Unternehmens holte mich jedoch kurze Zeit nachher um den Geschäftsbereich Business Consulting aufzubauen. Im Mai wurde ich Präsident der CRM Alumni Schweiz (heute Marketing Management Alumni), der Organisation der ehemaligen Studenten des Nachdiplomstudienganges an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW).

2007
Im Juli 2007 heiratete ich in Weinfelden eine Thurgauer Kindergärtnerin (Name der Redaktion bekannt).

2008
Ein Jahr später durften wir unsere Tochter auf der Welt begrüssen. Mit dem Start der Familie machte ich mir Gedanken zur langfristigen Zukunft. Da wurde mir klar, dass das Thema Energie und Ressourcen wichtiger werden wird und ich habe erneut die Branche gewechselt. Denn ich konnte mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass mich meine Kinder einmal im Altersheim fragen, warum ich mich nicht für eine intakte und lebenswerte Welt eingesetzt habe. Als  Quereinsteiger konnte ich bei einem der grössten Energieversorger, einem Stadtwerk, im Handel Erneuerbare Energien starten. Es war die Zeit als neue Gesetze und Verordnungen die Branche prägten. Nebst der Marktliberalisierung für grössere Stromkunden wurde die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) eingeführt, das staatliche Fördermodell für Erneuerbare Energien. Rasch konnte ich mir durch intensives Studium der neuen Gesetze und Verordnungen sowie den regen Austausch innerhalb der Szene einen Wissensvorsprung in der Branche schaffen.

2010
Aufgrund von strukturellen und personellen Veränderungen sowie der zu geringen Gestaltungsmöglichkeiten beim Energieversorger, habe ich mich später im Bereich individuelle Entwicklung von technischen Softwarelösungen als Business Developer und Vertriebsingenieur beschäftigen lassen. Im Sommer wurde unser erster Sohn geboren. Ende 2010 sind wir in unser eigenes Haus nach Gachnang gezogen. Das Haus wird komplett mit Strom betrieben (Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser).

2011
Danach fiel der Startschuss für die erste eigene Firma. Mit der De Lorean Power GmbH habe ich mittelgrosse Betriebe (KMU) in Sachen Marketing und Kommunikation beraten und leitete als GU verschiedene Entwicklungsprojekte. Unter anderem im stark wachsenden Segment von mobilen Anwendungen auf Smartphones und Tablets. Weiter unterstützte ich Firmen im Marktaufbau stragetisch und operativ im Vertrieb. Es liefen damals erste Gespräche um einen Online-Marktplatz für grüne Energien zu entwickeln.

2012
Im Mai gründete ich die Green Energy Marketplace Genossenschaft mit 28 privaten und 7 Unternehmensmitgliedern und erhielt kurze Zeit später den Thurgauer Jungunternehmerpreis. Die Idee war, dass Produzenten und Konsumenten von grünem Strom sich auf dem Online-Marktplatz treffen und Geschäfte abwickeln, eine Art eBay für nachhaltige Energie. Im Oktober wurde unser zweiter Sohn geboren. Als Familienvater musste ich mich entscheiden, welches Geschäft ich primär behandeln wollte. Der Drang die Welt zu verbessern führte dazu, dass ich für den Online-Marktplatz Investoren gesucht und später auch gefunden habe.

2013
Mitte 2013 wurden die Aktivitäten der Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft, die heutige GEMP AG überführt. Ich konnte mich nun voll auf die Akquisition und die Entwicklung des Marktes für grüne Energien beschäftigen. Der Fokus lag darin Menschen und Unternehmen dazu zu motivieren grünen Strom zu kaufen. Da brauchte es ein Produkt mit einem sinnvollen Namen. Der Name FAIR POWER erschien mir als erfolgsvesprechend und ich liess eine Wort-Bild-Marke beim Institut für Geistiges Eigentum schützen. Kollegen animierten mich dazu, über den Einstieg in die Politik nachzudenken. Nach vielen Gesprächen und Abklärungen habe ich mich für die FDP.Die Liberalen entschieden. Die Partei möchte mehr für Erneuerbare Energien und die Nutzung der wirtschaftlichen Potenziale machen. Da kann ich mich sehr gut als Experte einbringen. Seit Herbst 2013 bin ich im Vorstand der Ortspartei Gachnang tätig. Seit Dezember 2013 fahre ich ein vollelektrisches Auto, das ich mit FAIR POWER auflade.

2014
Von den Präsidenten der Kantonalparteien der FDP.Die Liberalen wurde ich in die Fachkommission Umwelt- und Energiepolitik der FDP Schweiz gewählt, wo ich mich zu meinen Kernthemen einbringen kann. Das Unternehmerjahr war geprägt vom weiteren sehr intensiven Geschäftsaufbau der GEMP AG und von Verhandlungen mit strategischen Investoren und Partnern.

2016
Umbenennen der Firma GEMP AG in Fairpower AG. Erweiterung des Geschäftsmodells auf Beratungen/Mandate. Mandat für den Aufbau von Erdgas/Biogas Kunden in der Schweiz für ein neu gegründetes Unternehmen der Energiebranche. Verschiedene Beratungen im Bereich Customer Relationship Management (CRM). Erste Kandidatur als Kantonsrat des Bezirks Frauenfeld für den Grossen Rat Thurgau. Aufnahme der Mitarbeit der FDP Bezirk Frauenfeld.

2017
Vertiefen des Wissens über die Wasserstofftechnologien. Suchen von Kooperationen um die Wasserstoffwirtschaft voranzutreiben. Einsatz für die nationalen Vorlagen Atomausstiegsinitiave, die Initiative Grüne Wirtschaft und die Energiestrategie 2050. Austritt aus der FDP per 15. Mai 2015. Massgeblich wegen unterschiedlichen Zielen in Energie- und Umweltthemen. Fokussierung auf Weiterentwicklung der Fairpower AG.