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Ja zur Grünen (innovativen) Wirtschaft

Wer hat eigentlich den Titel „Grüne Wirtschaft“ erfunden. Strategisch ein schwieriger Begriff. Wollen wir Grün sein? Wäre nicht „Innovative Wirtschaft“ viel treffender gewesen?

Die Gegner behaupten immer wieder, dass die Industrie und Gesellschaft bereits Weltmeister sind im Umgang mit Ressourcen und Energie. Kein Wunder, wir haben ja gar keine Ressourcen. Ausser etwas Biomasse und Lebensmittel. Und Energiequellen natürlich. Wenn dem so wäre, dann frage ich mich; weshalb benötigen wir dann drei Erden? Das würde ja bedeuten, dass die anderen noch mehr Ressourcen brauchen. Die Knappheit an Ressourcen viel früher eintreten wird. Da immer mehr betoniert wird, ist Sand bereits rar geworden und wird schon heute aufwändig aus den Meeren geholt. Wie sieht es aus mit Eisen, Aluminium, mit seltenen Erden etc.? Der Preisdruck steigt umso mehr je grösser der Verbrauch ist an Ressourcen. 80 Millionen Fass Erdöl verbraucht die Weltbevölkerung, pro Tag! Alleine die USA verschlingen 20 Millionen Fass. Mit allen Konsequenzen.

Das Abwandern der produzierenden Industrie aus der Schweiz hat schon lange begonnen, da kann man nicht den allenfalls möglichen Auswirkungen der Initiative die Schuld geben. Innovationen wie z.B. 3D-Drucken, Robotertechnik und Digitalisierung tragen genauso zur De-Industrialisierung der Schweiz bei wie schwache Währungen, resp. schwache Volkswirtschaften. Schauen Sie sich einmal die Medienwelt an, welche Veränderungen die in den letzten Jahren durchgemacht haben. Wir müssen uns grundlegenden Veränderungen stellen.

Ich vermisse bei vielen Wirtschaftsvertretern den Weitblick. Eine Sicht über einen dreijährigen Managerposten hinaus. Die Sichtweise, welche die Schweiz stark gemacht hat. Die Erschliessung der Wasserkraft vor 150 Jahren. Die Elektrifizierung der Eisenbahn, der Bau des Linthkanals oder des kürzlich eröffneten längsten Eisenbahntunnels der Welt.

Stellen Sie sich auf grosse Veränderungen ein: Der Energiesektor zum Beispiel wird künftig auf erneuerbar hergestelltem Wasserstoff und dezentral erzeugtem Strom basieren. In der Schweiz hergestellt und verbraucht, absolut umweltfreundlich und günstig. Schauen Sie doch bitte wieder einmal Science-Fiction Filme an. Oft werden die nämlich Realität.

Wer Angst hat vor der „grünen“ Wirtschaft, der wehrt sich vermutlich auch vehement gegen die Ausrottung des Verbrennungsmotors oder gegen das Abschalten der defizitären Kernenergie. Und setzt sich andererseits für die staatliche Rettung der Grosswasserkraft oder der fahrlässigen Finanzindustrie ein. Ich bin absolut für weniger Staat, aber nicht auf Kosten der Qualität. Darum braucht es einen langfristigen ökologischen Orientierungsrahmen.

Bitte bringen Sie die Schweiz in eine wirtschaftliche Pole Position.

Ja zur „Grünen“ innovativen Wirtschaft am 25. September 2015
Marco Rüegg, Energieunternehmer, Gachnang

Published inAllgemeinEnergieGesellschaftUmweltVerkehr und InfrastrukturWirtschaft

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