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Wir müssen die Energiewende selber machen

Wir müssen die Energiewende selber machen

Schon lange ist klar, dass wir aus den fossilen Energien aussteigen müssen. Die Kernkraft als mögliche Alternative bietet zu viele Nachteile und ist ohne staatliche Unterstützung zu teuer. Langjährige Förderungen von Technologien bringen den gewünschten Erfolg nicht. Nur der Markt kann die Energiewende umsetzen. Die Politik muss die Rahmenbedingungen verbessern. Da gibt es nur das Rezept der Kostenwahrheit.

Wir sind für die Zukunft unserer Kinder verantwortlich

Die Folgen der Klimaerwärmung sind spürbar, haben Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und unser wirtschaftliches Tun. Der Ausstieg aus der Kernenergie und die tiefen Kohlepreise sorgen für eine Wiederbelebung der Kohleverstromung im grossen Stil. In Anbetracht der massiven Förderung von erneuerbaren Energien in Deutschland eine schizophrene Entwicklung. Die individuelle Mobilität hat stark zugenommen, die Verkehrsnetze brechen zusammen. Die Anstrengungen für energieeffiziente Produkte werden durch die steigende Anzahl Anwendungen wieder aufgehoben (Rebounding-Effekt). Es werden zwar seit Jahrzenten zahlreiche Aktionen und Programme für die Energiewende gestartet und durch den Staat (mit)bezahlt, aber die grosse Veränderung bleibt aus. Dabei tragen wir die Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder. Wir alle wissen, dass wir etwas tun müssen. Es ist wie wenn wir uns gute Vorsätze nehmen und dann nicht einhalten.

Das Klimaproblem ist schon lange bekannt

Dass sich das Klima verändert ist schon über ein Vierteljahrhundert klar. In meiner Lehrzeit wurde mir 1990 ein Photovoltaikmodul präsentiert, worauf ich meine Begeisterung für die Technologie entwickelt habe. Das Buch „Die Sonne schickt uns keine Rechnung“ von Franz Alt skizzierte schon damals einen möglichen Ausweg aus dem fossilen Energieproblem: Die solare Wasserstoffwirtschaft. Die Solarpioniere wurden in dieser Zeit belächelt und Solarzellen fanden höchstens auf Campingplätzen und in Taschenrechnern eine Anwendung. Wasserstoff konnte sich bis heute nicht etablieren, höchstens in der Forschung.

Ersatz von fossilen Anwendungen schreitet langsam voran

Erfreulich ist, dass sich Wärmepumpensysteme wirtschaftlich durgesetzt haben und fossile Energien ersetzen. 1996 wurde das erste Hybrid-Fahrzeug von Toyota eingeführt. Bis sich neue Konzepte am Markt etablieren vergehen etwa 20 Jahre, das ist einfach zu viel! Die Verbreitung von Elektrofahrzeugen muss schneller gehen. Denn der Umstieg auf ein Elektroauto bringt eine Reduktion von 2-4 Tonnen CO2 pro Jahr. Für den wichtigen Ausbau der Ladeinfrastruktur machen Politik und Wirtschaft leider viel zu wenig.

Der Energiekonsum hat komplexe globale Zusammenhänge

Heute importieren wir den grössten Teil der Energie in Form von fossilen Energieträgern. Die Stromerzeugung in Kernkraftwerken basiert ebenfalls auf einem Rohstoff, der in der Schweiz nicht vorhanden ist. Wir haben eine sehr hohe Abhängigkeit vom Ausland. Wenn wir vermehrt elektrische Energie nutzen, haben wir die Chance diese Abhängigkeit zu reduzieren. Nur läuft es derzeit anders. Rund 50% des Schweizer Strombedarfs wird auf über den offenen Strommarkt gedeckt (30‘000 Gigawattstunden pro Jahr). Nur ein kleiner Anteil der Unternehmen kümmert sich darum, wo der Strom hergestellt wird. Mit verheerenden Folgen für das Klima. Denn der europäische Strommix ist mit 600 Gramm CO2 pro Kilowattstunde belastet, rund 150mal mehr als Strom aus Schweizer Wasserkraft.

Um die Herkunft der Energie müssen wir uns selber kümmern

Wer die Energiewende will, der muss neue erneuerbare Technologien fördern, die in der Schweiz zugebaut werden können. Die Herkunft wird über Grünstromprodukte und deren „Rohstoff“ Herkunftsnachweis (HKN) garantiert. Dabei ist ein Herkunftsnachweis nicht gleichzusetzen mit einem Zertifikat für CO2-Reduktionen, was oft als Ablasshandel bezeichnet wird. Mit dem Kauf von Grünstrom wird der Mehraufwand vergütet um Strom umweltgerecht und mit erneuerbaren Technologien wie Wind-, Biomasse- oder Solarkraftwerken herzustellen. Mit 20 Franken pro Monat kann ein Privathaushalt seinen Strom zu 100% auf Schweizer Solarstromanlagen herstellen lassen. Wer ein Eigenheim besitzt (ca. 40% der Bevölkerung) installiert am besten gleich eine eigene Anlage.

Das Erfolgsrezept heisst Kostenwahrheit

Die Folgen der Klimaerwärmung verursachen sehr grosse Kosten, die von der Allgemeinheit getragen werden. Wenn der Ausstoss von klimaschädigenden Gasen angemessen besteuert würde, so wäre die Anwendung fossiler Technologien teurer als von erneuerbaren. Die Wirtschaftlichkeit von Effizienzmassnahmen wäre gegeben und die Anwendung von erneuerbaren Technologien lohnenswert. Coop rechnet freiwillig mit einem CO2 Preis von 150 Franken pro Tonne und kommt so ihrem Ziel der Klimaneutralität rasch näher. Das ist zum Nachahmen empfohlen!

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